1. Esterházy- Schloss
  2. Blaufärber Museum
  3. Reformierten Sammlungen in Pápa
  4. Bad Pápa / Várkertfürdő

Die Geschichte und Technologie der Blaufärberei

Die Vorläufer der Blaufärberei waren das Schönfärben und der Textildruck, welche Technologien schon seit dem 16. Jahrhundert existierten. Zum Erreichen der blauen Farbe wurde der Färberwaid (Isatis tinctoria) benutzt, der in Europa eine einheimische Färbepflanze war, die in Thüringen und Frankreich auf großen Gebieten angebaut wurde.

Der Indigo (Isatis indigofera) wurde im Laufe der großen geografischen Entdeckungen im 17. Jahrhundert aus Indien eingebracht. Dieser aus der Färbepflanze hergestellte Farbstoff war farbechter, konzentrierter und besserer Qualität, so verbreitete sich sein Gebrauch rasch in der Tuch-und Leinenfärberei.

Zu gleicher Zeit, ebenfalls den Entdeckungen zu verdanken erschienen massenhaft die bemusterten Stoffe aus dem Orient in Europa und zusammen mit denen das sogenannte Färbeverfahren mit Reservedruck. Im 18. Jahrhundert bedeutete der „Porzellan Druck“  den die blau-weiße Farbton der Porzellane nachahmenden Blaudruck mit Reservedruck-Technologie. Den Begriff „Blaudruck“ kann man zum ersten Mal im Beschwerdebrief von dem Einwohner von Pápa, István Bengely lesen.

Der Blaudruck besteht aus zwei wichtigen Arbeitsphasen: die erste ist die Bemusterung mit einer Schutzmasse, die zweite ist die Färbung in der kalten Indigoküpe. Im ersten Schritt wurde eine Schutzmasse, der sogenannte „Papp“ mit Hilfe von Modeln (in Ungarn auch Bildstock genannt) auf die vorbereitete weiße Gewebe aufgetragen. Dieser verschloss die bemusterte Fläche nach dem Trocknen vor der Farbe. Danach wurde der Stoff in die aus Indigo, Kalk, Eisenvitriol und Wasser bestehenden Küpe getaucht. Als der Stoff in die Luft aufgezogen wurde, verwandelte es sich in oxidierendes Indigoblau. Der blaugefärbte Stoff in verschiedenen Tönen ist ein Ergebnis von mehrfachem Tauchen und Lüften. Danach wurde der Papp von den so hergestellten Leinen im Säurebad entfernt und gleichzeitig die blaue Farbe fixiert. Das Ergebnis wurde das, auch die heutigen Augen bewundernde Gewebe auf blauem Grund mit weißen Mustern (in manchen Fällen bunt).