1. Esterházy- Schloss
  2. Blaufärber Museum
  3. Reformierten Sammlungen in Pápa
  4. Bad Pápa / Várkertfürdő

Die Geschichte der Familie Kluge

Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machten sich von den westlichen Gebieten Europas in großen Maßen Textilhersteller und Textilfärber in Richtung Osten auf den Weg, um den dort entstehenden Arbeitskräftemangel zu lösen. So gelang auch 1777 die Familie Kluge aus Sachsen, aus Sorau (heute Zary, Polen) in unsere Heimat. Carl Friedrich Kluge ließ sich in Sárvár mit seiner Familie nieder und gründete 1783 seine Firma in Ungarn. Drei Jahren später siedelte er nach Pápa um. Damals wurden in der Stadt weitere 4-5 Blaufärber-Werkstätte betrieben – was auch beweist, wie großer Bedarf an Blaudruckstoffen in der Gegend bestand – aber es gelang alleine der Familie Kluge die Produktion auf eine Fabrikebene zu heben.

Dank des erfolgreichen Aufschwungs wurden in der zweiten Hälfte der 1800-er Jahre bedeutsame Entwicklungen durchgeführt.

Das Erdgeschoss des Betriebes bis dahin mit 4 Färbebecken wurde zu einem Küpe-Zimmer mit 16 Becken erweitert, hier bekamen auch „die schwarze Küche“ und der bedeckte Winter-Trocknerraum einen Platz.

Im Obergeschoss wurden das Zimmer für Bemusterung errichtet mit dem dazu gehörenden Labor und ein zweiter Raum für die Perrotine-Maschine errichtet.

Das Dachgeschoss bietet einen Platz für den riesigen Jalousie-Trockner und den von hier zu öffnenden Balkontrockner. Der weitere Zuwachs wird gut von dem am Anfang der 1900-er Jahre gebauten Gebäude der Kleinfabrik gekennzeichnet, wohin Dampf-, Mangel- und Stärkemaschinen kamen. Die Familie Kluge betrieb die Fabrik über 7 Generationen hindurch erfolgreich, in der die Produktion bis 1956 lief. Das Gebäude wurde mit den Maschinen und Einrichtungsgegenständen 1954 unter Denkmalschutz gestellt. Im August 1962 wurde das Blaufärber Museum aus dem damaligen Gebäude und dessen Einrichtungen als das erste Textilmuseum von Ungarn eröffnet.